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Nachwuchs in der Tattoo-Szene: Lea & Ben aus Pilsen
Pilsen ist nicht nur für sein weltberühmtes Bier bekannt, sondern auch für seine kreative Szene, die von Streetart über Design bis hin zu Tattoo-Kunst reicht. In der tschechischen Tattooszene wird die Stadt immer wieder als kleiner Hotspot genannt: Zahlreiche begnadete Künstlerinnen und Künstler prägen hier seit Jahren die Szene, doch auch junge Talente stoßen kontinuierlich hinzu. Es ist dieser Mix aus Erfahrung und frischem Enthusiasmus, der die Stadt spannend macht – und genau hier treffen wir Lea und Ben, zwei Nachwuchskünstler, die gerade ihre ersten Schritte in der Tattoo-Welt gehen.
Rusty Pins: Hey Ihr beiden, schön das wir Euch treffen und Löcher in den Bauch fragen dürfen. Legen wir doch gleich mal los: Wie seid ihr überhaupt zum Tätowieren gekommen?
Lea: „Eigentlich über die Kunst. Ich habe eine Ausbildung als Grafikerin, hab viel am Bildschirm gearbeitet, aber irgendwann hab ich gemerkt, dass mir die körperliche, handwerkliche Seite fehlt. Tattoos sind für mich eine Möglichkeit, Kunst auf Menschen zu übertragen, etwas zu schaffen, das bleibt.“
Ben: „Bei mir war es ähnlich. Ich hab im gleichen Betrieb wie Lea gearbeitet und tatsächlich eine IT Ausbildung gemacht. Hat sich so ergeben, ich bin so ein kleiner Nerd. Aber ich wollte auch schon immer praktisch arbeiten, etwas, das man anfassen kann. Tattoos waren die perfekte Mischung aus Kreativität, Technik und menschlicher Interaktion. Außerdem liebe ich die Energie in Tattoo-Studios – das zieht mich einfach an.“
Rusty Pins: Wie fühlt es sich an, jetzt am Anfang der Ausbildung zu stehen?
Lea: „Es ist aufregend, manchmal auch überwältigend. Alles ist neu: die Maschinen, die Techniken, die Haut fühlt sich ganz anders an als ein Papier oder Bildschirm. Aber genau das macht es spannend – jeder Tag ist anders, jeder Mensch ist anders.“
Ben: „Ja, und man merkt sofort, dass Tattoos Verantwortung bedeuten. Du hinterlässt etwas für immer, also muss man präzise sein und Respekt haben. Man darf keine Abkürzungen nehmen, und das ist eine tolle Schule fürs Leben.“
Rusty Pins: Habt ihr schon eine Vorstellung davon, wo ihr später einmal hinwollt?
Lea: „Ich möchte nur als Gasttätowiererin arbeiten – die ganze Welt sehen und bei verschiedenen Studios arbeiten. Es gibt so viele Stile und Techniken, die man kennenlernen kann. Und ich glaube, dass man als Tätowierer immer lernt, nie auslernt.“
Ben: „Ich träume davon, mein eigenes Studio zu eröffnen. Italien reizt mich sehr, die Kultur, das Essen, die Menschen. Aber erstmal will ich hier in Pilsen richtig lernen, Erfahrung sammeln und meine eigenen Sachen entwickeln. Heuer sind wir auch auf 2 Conventions in Deutschland dabei.“ (Anmerkung der Redaktion: Hamburg und Dortmund)
Rusty Pins: Echt? Ja cool. Was macht für euch Tattoos so besonders?
Lea: „Es ist die Verbindung zwischen Kunst und Mensch. Du gestaltest nicht nur ein Bild, du machst jemanden sichtbar – Erinnerungen, Geschichten, Gefühle – das ist eine große Verantwortung, aber auch ein Geschenk.“
Ben: „Und es ist total vielfältig. Du kannst deinen Stil finden, experimentieren, kombinieren. Kein Tag ist wie der andere, und du siehst direkt, wie Menschen darauf reagieren. Das ist Motivation pur.“
Rusty Pins: Wie fühlt ihr euch in der Tattoo-Community bisher?
Lea: „Sehr gut. Man merkt, dass die Szene zusammenhält und Neulinge auch unterstützt. Klar, es gibt Druck und hohe Erwartungen, aber es ist auch sehr inspirierend.“
Ben: „Jeder Tätowierer hat so seine Tricks, seinen Stil, seine Herangehensweise – man saugt alles auf, um besser zu werden und ja, die meisten helfen einander.“

