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Neubeginn mit 22- Catch my Life
Celine ist 22, lebt in ihrer ersten eigenen Wohnung, kümmert sich um 2 Straßenhunde aus Rumänien und steckt mitten in ihrer Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin. Auf den ersten Blick wirkt ihr Leben wie das einer jungen Frau, die sich gerade ein eigenständiges Leben aufbaut. Doch Celine´s Weg war alles andere als gradlinig. Mit 12 Jahren verließ sie über Nacht ihr Elternhaus in Halbergmoos um mit einem "Freund" nach Berlin abzuhauen. Sie war eines der namenlosen Straßenkinder Berlins, die sich irgendwie durchs Leben schlugen. Drogen, Diebstahl, Raub, Körperverletzung- all das gehörte viel zu früh zu ihrem Leben. Schule und einen altersgerechten Alltag? All das lernte sie erst kennen, als es fast zu spät war. Celine erzählt, sie war eine der jüngsten Suchtpatientinnen.
Nach ihrem Entzug erhielt sie einen Platz in einer betreuten Jugend WG, wenngleich der Start alles andere als leicht war. Für alle. Denn "Plötzlich sollte ich wieder in die Schule, musste Regeln einhalten, Streit anders lösen als bisher". Aber so sagt sie heute „Ich habe gemerkt, dass ich mein Leben selbst in die Hand nehmen muss, wenn ich leben möchte“, sagt Celine.
Für sie bedeutete das, Verantwortung zu übernehmen: erst für sich, dann für andere. Durch die WG und die Jugendbetreuung, hat sie trotz ihrer schweren Vergangenheit einen guten Schulabschluss gemacht und mit 19 Jahren ihre erste eigene Wohnung bezogen. Weit weg von Berlin und München, von all dem was sie an früher erinnert. Der erste Straßenhund, den sie aufnahm, war mehr als ein Tier: er war ein Anker, eine Möglichkeit, sich selbst zu organisieren und Struktur zu erleben.
Verantwortung, Freiheit, Perspektive
Heute geht Celine jeden Tag mit klaren Zielen an. Ausbildung, ehrenamtliche Arbeit beim Roten Kreuz, eigene Wohnung – alles Elemente, die ihr zeigen, dass sie ihr Leben selbst gestalten kann. Besonders das Ehrenamt hat sie geprägt: Sie trifft oft auf andere Straßenjugendliche, spricht mit ihnen, teilt ihre eigene Geschichte und merkt, wie wichtig Vorbilder sein können. „Viele denken, man muss perfekt sein, um etwas zu schaffen“, sagt sie. „Aber ich will zeigen: Es geht auch anders, man kann es schaffen, wenn man nicht aufgibt.“
Vom Scheitern zur Stärke
Celine hat gelernt, dass die Umstände der Kindheit nicht das Ende bedeuten. „Viele schieben alles auf ihre Vergangenheit. Aber irgendwann hat man es selbst in der Hand“, sagt sie. Ihre Erfahrungen machen sie nicht bitter, sie machen sie stark und zielgerichtet. Zu ihrem Vater hat sie keinen Kontakt, nur mit ihrer Mutter schreibt sie sich hin und wieder erste zögerliche WhatsApp Nachrichten. Jeder kleine Erfolg in ihrem Alltag ist ein Beweis dafür, dass man Verantwortung übernehmen, sein Leben gestalten und stolz auf sich sein kann.
Ein Zeichen setzen
Mit ihrer Präsenz in unseren Online-Magazin möchte Celine genau das weitergeben: Mut machen, zeigen, dass Rückschläge nicht das Ende sind und dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen kann. „Ich will anderen zeigen, dass es möglich ist, egal wie chaotisch oder schwierig der Start war. Man muss nur anfangen, dranbleiben und selbst Verantwortung übernehmen“, sagt sie. Ihr Leben ist kein gerader Weg, aber ein Leben voller Kraft, Selbstbestimmung und Hoffnung – und genau das möchte sie mit anderen teilen.
