Böhse Onkelz – ewige Liebe.ewiger Hass.
Böhse Onkelz – Der Soundtrack derer, die nie geschniegelt waren Es gibt Magazine, die schreiben über Musik. Und es gibt Leute, die haben sie im Blut. Böhse Onkelz sind kein Kapitel in der deutschen Rockgeschichte – sie sind das verdammte Rückgrat davon. Mein Rückgrat. Und das Tausender andere auch. Wer einmal drin ist, der bleibt. Nicht, weil er muss. Sondern weil es gar nicht anders geht.
Kreuth ’93 – hier hat es bei mir angefangen. Man vergisst das erste Onkelz-Konzert nie. Nicht den Geruch. Nicht den Lärm. Nicht dieses Gefühl, dass du plötzlich nicht mehr allein bist. 1993, Kreuth, Oberpfalz. Kein Instagram, keine Storys, kein „Ich war dabei“-Gelaber. Nur Menschen, Bier, Schweiß und eine Band, die dir ohne Umweg ins Gesicht sagt, wie das Leben läuft. Damals waren wir jung.Wild. Vielleicht ein bisschen verloren. Und dann stehen sie da oben – und plötzlich ergibt vieles mehr Sinn als vorher.
Kein Hype. Eine Bewegung. Das Wort „Hype“ passt bei den Onkelz ungefähr so gut wie ein Anzug auf einen Schrauber. Das hier wurde nicht aufgebaut. Das ist gewachsen. Während andere Bands von Radiosendern gepusht wurden, haben die Onkelz sich ihre Leute selbst erspielt. Von kleinen Bühnen bis zu den großen Dingern – ohne sich jemals anzubiedern. Und genau deshalb ist die Verbindung so stark.
Weil sie nicht gekauft ist. Sondern verdient.
Vier Typen, keine Fassade
Kevin Russell am Mikro, Stephan Weidner als treibende Kraft – und der Rest der Bande: keine geschniegelt geschniegelt Rockstars, sondern Typen mit Geschichte. Und die ist nicht immer sauber. Aber genau das ist der Punkt: Die Onkelz haben nie so getan, als wären sie es. Sie haben Mist gebaut, sind gefallen, haben sich verändert – und sind wieder aufgestanden. Wie wir alle.
Warum das bis heute funktioniert
Weil sie nicht stehen geblieben sind – aber auch nicht ihre Seele verkauft haben. Die frühen Jahre: roh, laut, provokant. Die späteren: reflektierter, tiefer, manchmal fast schon nachdenklich. Aber immer ehrlich.
Und Ehrlichkeit ist in diesem Business eine verdammt seltene Ware. Mehr als Musik – das ist ein Lebensgefühl Onkelz hörst du nicht nur. Du lebst sie. Im Auto nachts um zwei. Wenn alles scheiße läuft. Wenn du jemanden verloren hast. Oder wenn du einfach mal wieder wissen willst, wo du hingehörst. Das sind keine Songs für nebenbei. Das sind Lieder, die dich an die Wand drücken und sagen: „So ist es.“ Und plötzlich ist da dieses Gefühl: Ich bin nicht allein mit dem ganzen Mist.
Die Rückkehr – immer wieder wie heimkommen
Und jetzt wieder auf Tour. Und egal, wie oft du sie schon gesehen hast – dieser Moment bleibt: Licht geht aus, erste Akkorde, Gänsehaut. Und für ein paar Stunden ist alles wie früher. Nur mit mehr Geschichten im Gepäck. Keine Nostalgie-Nummer. Kein Abklatsch von damals. Sondern ein Wiedersehen mit alten Freunden, die genau wissen, wer du bist.
Die Onkelz sind nicht für jeden. Und das ist auch gut so. Sie sind für die, die Ecken haben. Für die, die gefallen sind und wieder aufgestanden sind. Für die, die keine Lust auf glattgebügelten Einheitsbrei haben. Und wenn du einmal dazugehört hast – dann bleibt das. Egal, wie alt du bist. Egal, wo du stehst. Egal, wie oft du sie schon live gesehen hast. Manche Dinge legt man nicht ab. Die Onkelz gehören dazu. Sie verdienen unsere ewige Liebe.
